5 Regeln, die Sie beim Einsatz eines 360°Feedback beachten sollten

Ein 360°-Feedback oder Multi-Rater-Feedback ist ein Verfahren, bei dem Mitarbeiter ein vertrauliches, anonymes Feedback von den Personen ihres Umfelds erhalten. Hier sind 5 Regeln, um ein effektives Feedback zu erstellen.

1. Einen klaren Zweck haben

 

Zuallererst ist es wichtig, ein klares und gut definiertes Verständnis und einen Vertrag mit den Mitarbeitern darüber zu haben, warum die Organisation einen 360-Feedback-Prozess durchführt.
360 Feedbacks sollten nicht nur eingesetzt werden, weil andere Organisationen es tun, sondern weil es einem bestimmten Zweck im Unternehmen dient. Idealerweise sollte der Prozess speziell für diesen Zweck entwickelt werden.

Multi-Rater-Feedback ersetzt nicht die direkte Kommunikation. Es ist ein Prozess, der Menschen wie Managern, Vorgesetzten und Kollegen hilft, eine reichhaltige, genaue Perspektive darauf zu gewinnen, wie andere ihre Managementpraktiken, ihren zwischenmenschlichen Stil und ihre Effektivität sehen.

 

2. Alle wichtigen Stakeholder einbeziehen

 

Es ist wichtig, die wichtigsten Stakeholder in die Gestaltung und Durchführung eines 360°-Feedbacks einzubeziehen und sicherzustellen, dass alle Stakeholder ihre Anliegen gründlich diskutieren und die Beweggründe dafür vollständig verstehen. Die Menschen müssen über wichtige Entscheidungen informiert sein und die Möglichkeit haben, sich in diese Entscheidungen einzubringen und bei der Umsetzung mitzuwirken.

Stakeholder, unmittelbare Vorgesetzte oder Manager und die potenziellen Feedbackgeber wie Kollegen, Teammitglieder und Kunden sollten wissen, welche strategischen Kompetenzen gemessen werden sollen und wie das Feedback in bestehende Entwicklungs- oder Bewertungssysteme integriert wird.

 

3. Vertrauen schaffen

 

Multi-Rater-Feedback basiert auf der Idee, dass Menschen sich sicher fühlen können, anonymes Feedback zu geben.  Eine kompromittierte Vertraulichkeit oder Anonymität oder auch nur der Eindruck einer Verletzung kann eine Katastrophe sein. Die Art und Weise, wie ein Feedback gegeben wird, kann einen großen Einfluss darauf haben, wie konstruktiv es von den Mitarbeitern genutzt wird.

Es ist wichtig, klare Entscheidungen zu treffen und ein kommuniziertes Verständnis darüber zu haben, wie das 360-Grad-Feedback verarbeitet und an die Mitarbeiter weitergeleitet werden soll. Die Mitarbeiter müssen genau wissen, was an wen berichtet wird, ob sie das Wort ergreifen dürfen und welchen Zweck ihr Bericht letztendlich hat.

Deshalb ist der Aufbau einer vertrauensvollen Umgebung unerlässlich, damit die Bewerter wissen, dass die Informationen fair, ehrlich und zum Zweck der individuellen Entwicklung verwendet werden – und ihre Anonymität und Vertraulichkeit gewahrt bleibt.

Wenn das 360°-Feedback zur Bewertung eingesetzt werden soll, ist es außerdem wichtig, dass die Mitarbeiter das Bewertungssystem für fair halten.

Außerdem müssen die Mitarbeiter Möglichkeiten haben, auf das erhaltene Feedback zu reagieren. Ein immer wiederkehrendes Problem ist, dass Menschen nicht wissen, was sie mit dem Feedback, das sie erhalten, anfangen sollen. Außerdem müssen die Mitarbeiter Möglichkeiten haben, auf das erhaltene Feedback zu reagieren. Einsicht ist nicht genug; die Menschen brauchen Richtlinien – wie individuelles Coaching, Training oder Selbststudium – um aktiv zu werden.

Schließlich ist es unproduktiv, wenn die Teilnehmer Überraschungen erleben, wer die Daten sieht und für welche Zwecke sie verwendet werden. Der schlimmste Fall ist, wenn den Leuten eine Sache vorgesagt wird und sich die Situation ändert, nachdem der Prozess begonnen hat.

 

4. Relevante Fragen stellen

 

Fachbegriffe und komplizierte Sprache lassen oft Raum für Missverständnisse und verwirren die Bewerter. Außerdem sind schlecht formulierte Fragen ein weiterer Grund, warum Unternehmen nicht die maximale Rücklaufquote erreichen.

Es wird empfohlen, den Schwerpunkt eher auf Verhaltensweisen und Kompetenzen als auf Persönlichkeitsmerkmale zu legen.

 

5. Verwendung eines digitalen Werkzeugs

 

Die Verwaltung und Bewertung jedes 360-Feedback-Prozesses sollte benutzerfreundlich sein. Der Prozess kann eine große und komplexe Reihe von Verfahren nach sich ziehen.

Die Anzahl der Beantwortungen kann gering und das Feedback weniger genau sein, da die Personen möglicherweise nicht motiviert sind, die Umfrage auszufüllen.

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Quellen:

https://www.envisialearning.com/system/resources/22/9-abstractFile.pdf?1269661856

Foto: Andrey Yalanski